Bonjour ihr Lieben!

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie die wahrhafte auserwählten wirklich leben? Ich kann es euch erzählen, denn ich gehöre dazu. Ich spreche hier nicht von Models oder Filmstars, musikalischen Wunderkindern oder Mathegenies. Ich spreche von Menschen, die in dieses Leben hineingeboren werden - von uns, die wir alles besitzen, was man sich nur wünschen kann, und das für total selbstverständlich halten.

Willkommen in New York City, genauer gesagt auf der Upper East Side, wo meine Freunde und ich wohnen, zur Schule gehen, Spaß haben und schlafen - manchmal auch miteinander. Wir leben in riesigen Apartments mit eigenen Zimmer, eigenem Bad und eigenem Telefon. Wir haben unbegrenzt Zugriff auf Geld, Alkohol und alles, wonach uns sonst noch gelüstet, und weil unsere Eltern selten Zuhause sind, können wir meistens tun und lassen, was wir wollen. Wir sind gebildet, haben das klassische gute Aussehen unserer Erzeuger geerbt, tragen die angesagtesten Designer und verstehen was vom feiern. Unsere Scheiße stinkt genauso wie eure, aber man riecht sie nicht, weil Hausmädchen auf unseren Klos stündlich eine erfrischende Duftnote versprühen, die von französischen Parfümeuen exklusiv für uns kreiert wurde.

Es ist ein Luxusleben - aber. hey, irgendjemand muss es ja führen.

Wir wohnen alle nur ein paar Minuten vom Metropolitan Museum of Art auf der fifth avenue entfernt und haben es auch nicht weit zu unseren exklusiven Jungen- und Mädchenschulen, wie der Constance-billiard-Schule, auf der wir fast alle sind. Selbst in verkatertem Zustand sieht die fifth avenue grandios aus, wenn man morgens das Sonnenlicht auf den Körpern der sexy Jungs von der St.-Jude-Schule schimmert.

doch etwas ist faul rund um die Museumsmeile...

Gesichtet:

B und N, wie sie Freitagnacht zusammen zu N nach Hause gingen. C, der zur gleichen Zeit die 10. Avenue entlangtigert - wohl in der Hoffnung, noch ein provinznudel aus dem tiefsten New Jersey aufreißen zu können. D und J Samstags beim frühstücken mit ihren abgewrackten Vater in dem Diner, in dem Seinfeld gedreht wurde. V mit ihrem neuen Loverboy in einer Videothek in Brooklyn, wo sie sich Splatterfilme ausliehen. S, die einem obdachlosen, der auf der Treppe vor dem Metropolitan Museum saß, eine schwarze kate-spade-tasche schenkte.